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Florian an der Princess Margaret

Es fing alles damit an sich morgens aus dem Bett zu kämpfen und die Aufregung so gut wie möglich zu verarbeiten. Das erste Mal ohne Eltern wegfliegen und dann auch noch für 5 Monate. Ein Gedanke der mir am Anfang sehr viele Gedanken bereitet hat. Die Fahrt zum Flughafen war sehr still und wenn man etwas sagte kam meist nur eine kurze Antwort zurück. Am Flughafen angekommen hieß es dann mein Koffer hätte Übergewicht. Na toll, dachte ich mir, das Abenteuer hat nicht mal angefangen und das erste Problem ist schon da. Bezahlen und versuchen positiv zu bleiben meinte ein Dad. Als dann nach und nach immer mehr Schüler kamen und man schon vertraute Gesichter sah beruhigte ich mich etwas. Ich wusste ich würde nicht alleine sein und dieses Gefühl gab mir eine Art von Sicherheit. Dann kam der Abschied und wie man sich denken kann war meine Mum unendlich traurig. Das Gefühl was ich hatte war grauenhaft. Ich verlasse meine Eltern, meine Großeltern, all meine Freunde und meine Freundin. Ich versuchte mich zu freuen aber wie gesagt ist es sehr schwer sich in so einer Situation zu freuen. Karten wurden wieder rausgesucht und es wurde abgescannt, immer noch Sichtkontakt, es ging durch die Kontrolle, der letzte Schulterblick und dann hieß es goodbye. Das letzte Mal die Eltern persönlich gesehen und das für 5 Monate.

Der Flug von Hamburg nach Frankfurt verlief ohne Probleme und für mich war es schon das erste Highlight. Das erste Mal am größten Flughafen Deutschlands. Der Wahnsinn wie groß der Flughafen ist. Wir kamen aus dem Flugzeug und dann hieß es erstmal laufen, sehr weit laufen. Dann sah ich das Flugzeug und wow es war riesig. Ich bin noch nie in so einem großen Flugzeug geflogen.

Wir stiegen ein und es ging los. Es war schon ein bisschen unheimlich als das Flugzeug abhob und es fühlte sich so unglaublich langsam an. Der Flug nach Toronto dauerte 8 Stunden. Die ersten 3 Stunden waren lustig. Man hatte Spaß mit dem Sitznachbar und die Zeit ging mehr oder weniger schnell vorbei. Die Stunden danach waren sehr zäh und man versuchte gezwungen einen Film zu finden der einem gefällt. Im Landeanflug sahen wir die Skyline von Toronto. Es war wunderschön, mehr kann man nicht sagen.

In Toronto mussten wir aus dem Flughafen raus. An den Gepäckbändern waren alle sehr nervös, weil wir Angst hatten das unsere Koffer nicht kommen würden. Alle hatten aber irgendwann ihre Koffer und als wir verließen das Terminal war es super Wetter und es war sehr warm. Wir fuhren zu unserem Hotel und die Zimmer wurden vergeben. Alle waren müde und erschöpft also hieß es erstmal ins Zimmer und die Betten ausprobieren. Das Gefühl nicht mehr zu sitzen, sondern zu liegen war unbeschreiblich. Die Freude hielt allerdings nicht lange wir mussten wieder runter in die Lobby und in den Bus einsteigen. Es ging zu dem CN Tower. Ich hatte Bilder gesehen aber in echt davor zu stehen ist einfach ein beängstigendes Gefühl man fühlt sich einfach so klein und man denkt jeden Moment könnte der Tower zur Seite kippen, aber natürlich kann das nicht passieren. Die Fahrt nach oben war ebenfalls traumhaft. Der Fahrstuhl hat Glasscheibe vor und unter einem. Man hatte also schon während der Fahrt nach oben einen super Ausblick. Oben angekommen wurde gleich die berühmte Glasscheibe gesucht und Unmengen an Fotos wurden geschossen.

Es ging wieder runter und alle beschwerten sich über den Druck auf den Ohren, weil der Fahrstuhl schon sehr schnell runterging.

Es ging zurück ins Hotel und wir durften endlich schlafen gehen. Am nächsten Morgen hieß es allerdings wieder früh aufstehen und dann kam das große Rätsel Dusche. Wir kamen nicht darauf, dass wie man die Duschen warm einstellt. Es vergingen gute 10 Minuten bis wir auf die Lösung gekommen sind. Die nächste Panne wartete schon auf uns nach dem Duschen. Der Föhn war kaputt und wir mussten unsere Haare mit unseren Tüchern so gut wie möglich trocken bekommen. Leider hatten wir keinen Blick rausgeworfen, weil wir uns eine Menge Arbeit hätten sparen können. Es war nämlich wieder super Wetter und unsere Haare würden später so oder so wieder nass werden.

Es ging zu den Niagarafällen.

Es ist beängstigend wenn man am Geländer keine 10 Meter neben Wasser steht und man sieht wie viel Wasser darunter kommt. Mach einem kurzen Fußmarsch waren wir an den Bootsanlegern angekommen. Wir bekamen alle ein knallrotes Regencape und es war zum Totlachen wie manche sich angestellt haben den anzuziehen. Am Ende waren auch sie froh den angezogen zu haben ansonsten wäre sie bis auf die Knochen nass geworden.

Es ging zurück ins Hotel und wir hatten bis zum Abend Freizeit. Wir gingen im Hardrock Café essen und danach ging es zum Aquarium. Ich habe noch nie zuvor Haie in Echt gesehen, es war also noch ein Erlebnis für mich was ich nie wieder vergessen werde.

Am nächsten Morgen ging es zum Flughafen. Es trat das Problem auf das die automatischen Ticketschalter nicht funktionieren und wir mussten warten bis alle unsere Tickets ausgedruckt und ausgeteilt wurden. Wir waren spät dran und wir mussten ab Toronto alleine fliegen. Alle sind in Panik geraten. Nach den Kontrollen sind wir schnell zu unserem Gate geeilt und es stellte sich heraus, dass wir noch ein bisschen Zeit hatten. Ich bin mit ein paar anderen essen holen gegangen damit wir vor dem Flug nach Vancouver noch etwas essen konnten und nicht mit leerem Magen ins Flugzeug einsteigen.

Der Flug nach Vancouver dauerte 5 Stunden. Der Flug ging schnell vorbei, da ich im Flugzeug eingeschlafen bin. In Toronto zerstreuten sich dann alle.

Ich sah das Flugzeug und bekam einen kleinen Herzinfarkt. Ich hatte noch nie so eine kleine Maschine gesehen bzw. bin ich mal mit so einer geflogen. Zum Glück hatte mir mein bester Freund einen Stressball geschenkt, diesen habe ich in dem Flugzeug dann auch sehr ausführlich geknetet.

Es war ein sehr schönes Gefühl endlich gelandet zu sein. Der Flug hatte die Gedanken um meine Gastfamilie komplett verdrängt. Dieser Gedanke kam schlagartig wieder als ich aus dem Flugzeug gestiegen bin. Wir machten noch ein paar Bilder vor dem Flugzeug als Gruppe und dann ging es zu dem Gate. Ich sah schon von weitem ein Schild mit meinem Namen und ich war sehr erleichtert. Ich kam durch die Tür und meine Gastfamilie strahlte mir entgegen. Ich war sehr schüchtern und noch sehr verschlossen aber ich hatte ein sehr gutes Gefühl.

Ich holte meinen Koffer und es ging zu meinem neuen zu Hause. Auf dem Weg zum Haus war mein Eindruck von Penticton sehr positiv. Es wirkte sehr gemütlich und kein bisschen hektisch. Kaum durch die Tür gegangen sprang mir ein Hund entgegen. Ich mag Hunde sehr hatte also auch kein Problem damit. Mir wurde mein Zimmer gezeigt und es war klein aber gemütlich. Ich packte meinen Koffer aus und schrieb meiner Familie, dass ich gut angekommen bin. Ich ging wieder runter und ich redete

ein bisschen mit meiner Gastmutter und Gastbruder. Ich mochte sie von Anfang an und das Verhältnis sollte nur besser werden. Die ersten zwei Wochen waren teilweise etwas komisch aber nach den zwei Wochen hatte ich mich eingelebt. Mein Gastbruder und ich redeten über alles Mögliche miteinander. Am ersten Wochenende fuhren wir zu meiner neuen Schule um zu gucken wo meine Klassenzimmer sind und ob ich vielleicht auch schon meine Fächerwahl bekomme. Wir hatten Glück. Die Schule war offen und ich bekam im Office meine Fächerwahl. Bei unserem Rundgang in der Schule trafen wir einen Lehrer und er zeigte uns alles. Leider hatte ich diesen Lehrer nie. Er war sehr nett und wie ich später erfuhr sehr beliebt bei den Schülern. Mein erster Schultag kam und ich musste den Bus nehmen. Es war ein komisches Gefühl, da ich nie zuvor in meinem Leben Schulbus gefahren bin. Es war am Anfang sehr verwirrend mit all den Nummern aber wenn man erst mal den Überblick hatte ging alles super.

Meine neue Schule, die Princess Margaret Secondary School, ist nicht besonders groß, aber das störte mich nicht. Ich sah dies eher als Vorteil mich in der Schule besser zu Recht zu finden. Meine Fächer waren Mathe, Englisch, Kunst, Sport und Fußball, da ich die Soccer Academy gebucht hatte.

Das Schulsystem ist komplett anders. Mir persönlich hat dieses System besser gefallen als das Deutsche. Kanada ist zwar ungefähr ein Jahr zurück mit dem Lehrstoff, trotzdem lernt man besser und einfacher in Kanada weil ich zum Beispiel Mathe jeden Tag hatte und Englisch, Kunst und Fußball jeden Tag. Man hat in Kanada sogenannte Blöcke, diese sind 90 Minuten lang und man hat jeden Tag 4 davon. Die Schule beginnt um 8.30 Uhr und geht jeden Tag bis 3 Uhr.

Ich muss auch sagen, dass die Schule in Kanada mehr Spaß macht als hier in Deutschland. Es liegt daran, dass die Lehrer einfach entspannter sind und nicht immer alles so eng sehen. Man kann auch mal mit dem Lehrer lachen und Späße machen. Was auch ein Vorteil ist, dass man während lunch zum Lehrer gehen kann und ihn was fragen kann. So bekommt man das Gefühl nicht unerwünscht zu sein wenn man zum Lehrer geht. Nicht so wie in Deutschland, dass man nach der Stunde zum Lehrer schnell hinläuft und ihn was fragt, während der Lehrer einpackt und man denkt das der Lehrer dir nur halb zuhört um dann schnellstmöglich aus dem Klassenraum zu flüchten. Deswegen bin ich auch dafür das deutsche Schulsystem so zu ändern, das man zum Lehrer geht und der Lehrer nicht mehr zu deiner Klasse kommt.

Das Leben in Kanada gefiel mir sehr und ich hatte auch versucht das ganze Jahr zu bleiben, aber dies war nicht möglich, weil meine Schule hier in Deutschland gesagt hat das ich meine Klassenstufe hier beenden muss. Ich finde das sehr schade aber kann man nicht ändern.

Die 5 Monate vergingen sehr schnell und schon stand ich wieder in Penticton am Flughafen. Ich war traurig meine Gastfamilie wieder zu verlassen aber ich stehe immer noch mit denen in Kontakt und ich hoffe das bleibt auch so.

Ich war froh als der erste Flug überstanden war, allerdings hatte unser Flug von Vancouver nach Toronto eineinhalb Stunden Verspätung. In Toronto waren wir also sehr gestresst und da wir zu den Gates für die internationalen Flüge gehen mussten waren wir sehr spät dran für unseren Flug. In Frankfurt trennte ich mich von der anderen da keiner einen Weiterflug hatte. In Frankfurt hatte ich 3 Stunden Aufenthalt allerdings gingen diese schnell rum, weil ich sehr aufgeregt war, meine Familie wiederzusehen. Als ich aus dem Gate rauskam standen meine Familie und meine beste Freundin vor

mir und ich war einfach nur froh wieder zu Hause in meiner Heimatstadt zu sein. Zugleich war ich aber auch sehr traurig, weil ich in Kanada eine sehr gute Freundin kennengelernt habe und wir beide sehr traurig sind das ich gehen musste.

Ich bin sehr froh diese Reise gemacht zu haben und ich bin mir sicher, dass sich dadurch mein komplettes Leben bzw. meine Denkweise über viele Dinge komplett verändert hat.

Ich bedanke mich dafür auch an Do-It Sprachreisen, dass alles so gut verlaufen ist und sie mir diese Reise zu der besten in meinem ganzen Leben gemacht haben.