Erfahrungsberichte High School Schueleraustausch2
Land auswählen
Weitere Infos
Nach oben

Ida in Illinois

Mein Auslandsjahr in den USA hat mir sehr gefallen und ich habe viel erlebt.

Ich habe eine wundervolle Gastfamilie zugeteilt bekommen. Ich hatte das Glück in der Nähe der Großstadt Chicago zu leben, welche ich öfter besucht habe. Ich hatte keine Gastgeschwister, dafür zwei Hunde. Wenn ich Probleme hatte, konnte ich mich meinen Gasteltern immer anvertrauen. Das ist ein wichtiges Kriterium, um sich mit seiner Gastfamilie gut zu verstehen. Man sollte immer offen miteinander reden, damit Probleme leicht gelöst werden können. Viele Missverständnisse können dadurch schnell geklärt werden, besonders wenn es einfach nur um einen Unterschied in der Kultur geht.

Meine Reise begann mit einem 3-tägigen Aufenthalt in New York, wo ich sehr viele neue Leute kennenlernte und die Stadt sah. Nach 3 Tagen mit sehr viel Sightseeing und wenig Schlaf, bin ich nach Chicago geflogen, wo meine Gasteltern mich abholten. Am ersten Abend wurde mir einer der bekanntesten Fast Food Läden (Portillos) in der Nähe gezeigt und ich wurde damit in die amerikanische Kultur eingeführt. Ich wurde super aufgenommen und fühlte mich sofort wohl.

Ida USA Classic Illinois 2017 2018

Nach einigen Tagen fing dann auch die Schule an. In der Schule belegte ich Fächer wie Photography, Acapella, Foods und Psychology. Dazu hatte ich noch die normalen Fächer Mathe, Englisch, P.E. und US-History. Die einzelnen Stunden waren im Vergleich zu Deutschland kurz (48 Minuten) aber die Lehrer haben viel aus dieser Zeit gemacht. Jeden Morgen wurde in einer Schulstunde der Plege of Allegiance aufgesagt. Das ist ein Treueschwur gegenüber der Nation und der amerikanischen Flagge. Dies ist ein sehr patriotisches Zeichen in Amerika.

Die Noten setzten sich aus Arbeitsblättern, Hausaufgaben, Tests und Arbeiten zusammen. Mündliche Noten gab es nicht, auch die Anzahl an Klausuren war nicht festgelegt und variiert in jedem Fach. In vielen Fächern verlangte die Aufgabenstellung der Arbeiten nur auswendig gelerntes Wissen in Form von Multiple Choice Aufgaben. Außerdem ist es einem freigestellt Arbeiten und Tests zu wiederholen, wenn man mit seiner Note nicht zufrieden war. Ich hatte etwas Angst am Anfang, dass die Schule schwer wird, aber das Gegenteil bewies sich. Am Anfang hielt ich mich im Unterricht sehr zurück, doch es wurde immer besser und ich habe mich sehr oft am Unterricht beteiligt und mein Englisch ist dadurch noch besser geworden.

Es ist leicht in Amerika Freunde zu finden, da die Menschen offener sind und auf einen zugehen. Ich lernte bei meinen Sportaktivitäten die meisten Freunde kennen. Andere Schüler haben mich angesprochen, da ich aus einem anderen Land komme und waren interessiert daran, meine Lebensweise in Deutschland kennen zu lernen dadurch hatten wir immer ein Gesprächsthema.

Das Konzept der Schule in Amerika ist anders durch den School Spirit, welcher an jeder Schule existiert. Man steht hinter der Schule, feuert die Mitschüler an und gehört zu einer Gruppe. In Amerika gehört zu der Schule viel mehr dazu, als nur zu lernen. Man ist stolz der Schule anzugehören, ganz besonders sieht man das, wenn alle in den gleichen Farben zu den Sportveranstaltungen kommen, um das Team anzufeuern. Es gibt eine „Schulhymne“ welche an verschiedenen Events gesungen wird. Außerdem gab es sehr viele Freizeitangebote an der Schule, nicht nur Sport sondern auch Clubs wie z.B. Theaterclub, Autoclub, Kochclub und sogar einen Deutschclub.

Schule wird mit der Freizeit verbunden, was den High School Spirit ausmacht. Ein Beispiel des School Spirits sind Versammlungen während der Schulzeit, alle Schüler trafen sich in der Turnhalle auf den Tribünen und es wurde eine Show vorgeführt, z.B. eine Choreographie der Cheerleader oder kleine Spiele. Einmal haben sich ein paar Lehrer auch einen Tanz ausgedacht und diesen aufgeführt um Stimmung zu machen. Diese "Pep-Rallys" wurden meistens vor großen Veranstaltungen wie z.B. Homecoming oder Prom durchgeführt. Dann gab es eine "Dress-Up-Week", in der sich Schüler und Lehrer für eine Woche zu verschiedenen Themen verkleiden konnten. Zum Abschluss der Woche gab es immer "Purple and Gold/Spirit Day". Das sind die Farben meiner Schule. Diese Wochen waren immer vor Events wie Homecoming, Winterferien, Frühjahrsferien und Prom. Homecoming ist eine Tanzveranstaltung, die von der Schule organisiert wird und einmal im Jahr stattfindet. Ich war mit meinen Freunden dort und hatte sehr viel Spaß. Homecoming ist meistens am Anfang des Schuljahres und Prom am Ende. Prom ist der Abschlussball und ich habe mit einem Freund daran teilgenommen. Das war eine tolle Erfahrung.

Ida USA Classic llinois 2017 2018 2

Zum Schulleben gehörten auch die Chorauftritte und die Sportangebote. Wir hatten fünf verschiedene Chöre, mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es gab drei große Konzerte mit allen Chören der Schule. Der Standard der Chöre ist sehr viel höher als hier, da wir dort die Stücke jeden Tag geübt haben (ich war im Acapella Chor). Die Sportangebote gliederten sich in drei Saisonzeiten, in denen es verschiedene Sportangebote gab. Die bekanntesten sind Football und Cheerleading im Herbst, Basketball und Wrestling im Winter, Baseball und Leichtathletik im Frühling. Ich wählte Schwimmen im Herbst, Tanzen im Winter und Leichtathletik im Frühling. Es wurde jeden Tag trainiert, manchmal sogar vor und nach der Schule. An den Wochenenden traf man sich zu Wettkämpfe mit den anderen Schulen im Umkreis. Das Training war sehr zielstrebig, anstrengend und dauerte 2 Stunden, jedoch hat es oft sehr viel Spaß gemacht. Dadurch hatte ich immer viel zu tun und nach dem Training bin ich oft nach Hause gekommen, habe noch Hausaufgaben gemacht und bin dann ins Bett gefallen.

Ida USA Classic llinois 2017 2018 5

Ida USA Classic llinois 2017 2018 6

Obwohl ich viel Zeit in der Schule verbrachte, erlebte ich auch einiges außerhalb der Schule. Ich lernte die amerikanische und die mexikanische Lebensweise kennen. Im Sommer verbrachten wir mehrere Sommerabende am Lagerfeuer und machten S‘mores. Außerdem habe ich zwei Hochzeiten mitgefeiert, auf denen ich die mexikanische Kultur erlebt habe und noch weitere Geburtstage von Freunden meiner Gasteltern.

Es gibt viele Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Ein Unterschied sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Es gibt in kleineren Städten sehr selten Busse und auch der nächste Bahnhof war 30 Minuten mit dem Auto entfernt. Wenn man also als Austauschschüler in einer kleinen Stadt ist oder einem abgelegenen Ortsteil, welchen man nur mit dem Auto erreichen kann, muss man sich mit Freunden oder der Gastfamilie absprechen, um das Haus verlassen zu können. Ich hatte das Glück, dass ich nahe an der Schule gewohnt habe und so recht frei mit dem Fahrrad herum fahren konnte.

Die Partneragentur in Amerika (ISE) organisierte für uns verschiedene Ausflüge mit Austauschschülern aus der ganzen Welt. Wir fuhren nach Chicago, Galena und Springfield, der Hauptstadt von Illinois. Dabei habe ich andere Kulturen durch die Erzählungen der Austauschschüler kennengelernt. Viele kamen aus Spanien und Brasilien, aber auch aus Südkorea, Thailand, Mexiko oder Italien. Meine beiden besten Freunde kamen aus der Slowakei und Taiwan. 

Ida USA Classic llinois 2017 2018 3

An Thanksgiving haben wir ein typisches amerikanisches Essen vorbereitet und die Familie von meinen Gasteltern war eingeladen. Am nächsten Tag war Black Friday und ich bin um 6 Uhr morgens mit Freunden zu einer Mall gefahren und wir waren vier Stunden shoppen. 

Mit meinen Gasteltern habe ich Tages- und Wochenendausflüge gemacht. Wir waren ein paar Mal in Wisconsin, dem Staat nördlich von Illinois und ein Wochenende in Minneapolis, Minnesota. Man sollte jedoch nicht voraussetzen, dass die Gastfamilie so aktiv ist. Man sollte immer das beste aus dem machen, was einem gegeben wird und man könnte z.B. auch Ausflüge mit seinen Freunden organisieren.

Weihnachten feierten wir zuhause und es war eine Mischung aus 3 verschieden Kulturen. Ich bekam 3 Geschenke. Eines durfte ich Heiligabend öffnen, wie in Deutschland. Das nächste war 24:00 Uhr vom 24. auf den 25. wie in Mexiko und das dritte am Weihnachtsmorgen, wie in Amerika. Der Winter in Amerika war wunderschön, wir hatten viel Schnee. Neujahr feierten wir mit Freunden, jedoch gab es keine Feuerwerke. Einer meiner Lieblingsfeiertage war der St. Patricks Day. Wir zogen uns alle grün an und fuhren nach Chicago, wo der Chicago River grün eingefärbt wurde. Es gab eine große Parade.

Ida USA Classic llinois 2017 2018 4

Mein nächstes Highlight war Spring Break. Ich fuhr mit der Organisation und anderen Austauschschülern nach Florida und besuchte Disneyland. Es war ein wirklich schönes Erlebnis und ich habe mich mit den Leuten noch besser angefreundet.

Am Ende habe ich mich mit meiner Familie getroffen und wir sind rumgereist. Den 4th of July feierte ich mit meiner Familie in Massachusetts und es war interessant zusehen, wie viele Menschen sich im „American Style“ kleideten. Am Abend gab es ein riesiges Feuerwerk.

Der Abschied nach einem Jahr war sehr emotional, aber ich habe mich auch gefreut, meine Freunde in Deutschland wieder zu sehen. Ich würde es sehr empfehlen ein Auslandsjahr zu machen. Es ist eine einmalige Erfahrung und man sollte offen sein, da man in eine neue Kultur eintaucht. Man wird selbständiger und lernt viele neue Menschen aus der ganzen Welt kennen. Ich habe die Möglichkeit, zurück nach Amerika gehen und habe dort eine 2. Familie gefunden und fühle mich zuhause.