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Zoe am Alfriston College

Schüleraustausch in Auckland - Erfahrungsbericht 

“You will never be completely at home again, because part of your heart always will be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.”

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Kia Ora, mein Name ist Zoe und ich war für 5 Monate in Auckland, Neuseeland. Ich kann mich noch genau an die Tage vor meinem Abflug erinnern, neben totaler Vorfreude, Nervosität und Aufregung wurde mir auch so langsam die Situation bewusst, dass ich bald für 5 Monate meine Familie, meine Freunde und mein ganzes gewohntes Umfeld verlassen werde, um mir in einem fremden Land all das neu aufzubauen. Klar bekommt man dann ein paar Bedenken, was wenn ich keine Freunde finde? Wenn meine Gastfamilie doch nicht so perfekt ist wie sie klingt? 

Allein schon auf den Hinflug hat sich herausgestellt, dass man immer Freunde finden kann. Ich habe in der kurzen Zeit so viele nette Leute kennengelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Nach 3 wunderschönen Orientation Days, hieß es dann ab zur Gastfamilie. Meine Gastfamilie hat mich total herzlich aufgenommen und ich hab mich von Anfang an sooooo wohl gefühlt. Schon am ersten Wochenende haben wir viele Sachen unternommen und ich hatte die Möglichkeit die ganze Familie sehr schnell kennenzulernen. Ich war wirklich ein Teil der Familie, selbst die Großeltern meiner zwei Gastgeschwister (1&4) haben mich immer gerne auf Ausflüge mitgenommen. 

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Die Girls aus meinem Zimmer. Wir haben uns alle auf Anhieb super verstanden!!

 

Meine Schule war das Alfriston College im Süden von Auckland. Ich hab mir die Schule rausgesucht, weil die Fächer, welche ich wählen wollte, angeboten worden sind. Außerdem waren nur wenige Internationals an meiner Schule, was mir auch sehr wichtig war. Ehrlich gesagt, hatte ich mit anderen Deutschen am Anfang überhaupt nix zu tun. Ich war immer die einzige Deutsche in meinen Klassen und ich versuchte auch nur mit den Kiwis in Kontakt zu treten um mich nicht auszuschließen. 

Schon einen Monat bevor ich nach Neuseeland gegangen bin wurde mir von meiner Schule ein Buddy zugeteilt, welche ich dann am ersten Schultag persönlich kennengelernt habe. Mit meinem Buddy habe ich mich auf Anhieb super verstanden. Allgemein war es an meiner Schule leicht Freundschaften zu schließen, da alle sehr offen waren, so kam es, dass mich schon in der ersten Woche viele Leute begrüßt haben, wenn ich an ihnen vorbeigelaufen bin. Ein kleiner Tipp von mir: Versucht offen zu sein und viele Leute anzulächeln, dadurch ist es eigentlich ziemlich easy Freunde zu finden. Obwohl ich anfangs fast nur Kontakt zu Kiwis hatte habe ich später auch noch sehr gute Freundschaften mit den anderen Deutschen geschlossen. Schlussendlich waren wir eine gemischte Gruppe aus Deutschen und Kiwis und wir wurden so eine kleine Squad.  

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Die Schule in Neuseeland war im Allgemeinen total gechillt, allein dass unsere Schulklingel immer aktuelle Lieder spielte hat das ganze Klima total aufgelockert. Dazu kommen noch die verschiedenen Whanaus (Häuser wie bei Harry Potter), und deren Wettkämpfe untereinander. Auch der Unterricht war ziemlich gechillt, zum einen, da ich ein Austauschschüler war und mir nicht so viele Gedanken darum gemacht habe (dadurch hab ich echt gute Freunde gefunden XD) und zum anderen, da meine Fächer viel mehr meine Interessen widergespiegelt haben und ich wirklich was lernen wollte und nicht nur meine Zeit abgesessen bin. Zum Beispiel hatte ich Theater, wo ich zusammen mit einer Freundin ein Theaterstück einüben musste, an manchen Tagen haben wir total viel gemacht, sodass wir in der nächsten Stunde nur rumliegen konnten und uns über irgendetwas kaputtlachen konnten.

Auch meine Lehrerin in Drama war total lieb und wir haben zum Beginn der Stunde immer irgendein Spiel gespielt, was natürlich auch super war. Durch Drama bin ich viel offener geworden, da jeder einfach er selbst sein konnte und nie schräg angeschaut wurde. Wirklich jedem wurde gut zugesprochen und sehr geholfen, wenn man Hilfe benötigt hat. Innerhalb unseren Whanaus wurden uns auch verschiedene Aktivitäten angeboten, zum Beispiel verschiedene Wettkämpfe.

Der absolut lustigste Wettkampf innerhalb meines Whanaus war der Karaoke-Wettbewerb, geplant hatten wir zu sechst anzutreten… schlussendlich waren wir zu dritt. In Deutschland hätte ich mich nie getraut vor einer großen Gruppe zu stehen und zu singen, ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen da teilzunehmen, aber zusammen mit meinen zwei Freundinnen war das einfach eine total lustige Erfahrung. 

In den Ferien wurde ich von einer Freundin eingeladen mit ihr und ihrer Familie zu ihrem Strand-haus zu fahren, wo wir dann ein paar wunderschöne Tage verbracht haben. 

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Auch von der Schule wurden uns viele Aktivitäten angeboten. Mit meiner Outdoor Education Klasse waren wir in Waitomo, wo wir unter anderen black water raften  gegangen sind und dabei die wunderschöne Höhlenwelt von Neuseeland bestaunen konnten. Es ist unbeschreiblich wie schön die Glühwürmchen in der Höhle glühen und wie viel Spaß es gemacht hat, Wasserfälle runterzuspringen und von der Strömung getragen zu werden. Zusammen mit meinen Freunden hatte ich die Möglichkeit zum Abschlussball zu gehen.

 Als dann die ganzen Kiwis ihre Examen geschrieben haben, hieß es für uns Internationals 3 Wochen Neuseeland erkunden. Die erste Woche verbrachten wir in Rotorua, bei anderen Internationals. Zusammen hatten wir dann ein volles Programm. Unter anderem haben wir Rotorua erkundet, waren white water raften, sind in einem Ball einen Berg runtergerollt, waren surfen, in einem Museum und hatten die Möglichkeit eine Art Riesenschaukel auszuprobieren. Die Tage waren wunderschön und wir alle haben uns so gut verstanden.

Die zweite Woche haben wir in einem Strandhaus verbracht, wo wir unsere kiwi holidays genießen durften. Hauptsächlich haben wir am Strand gechillt, verschiedene Spiele gespielt, Kajak gefahren, einen der schönsten Strände besucht und waren angeln. Auch die Tage sind einfach unfassbar schnell verflogen und ich bin so dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit hatten das alles zu erleben. In der letzten Woche kamen die Rotorua-Schüler zu uns nach Auckland. Zusammen sind wir auf Rangitoto Island gefahren, um dort auf den Vulkan zu klettern. Außerdem sind wir auf der Harbour bridge geklettert und durften die Stadt noch ein bisschen allein erkunden. Am letzten Tag waren wir dann noch auf einer Skulpturen Farm und dann hieß es auch schon Abschied nehmen. 

 

Zum Schluss habe ich dann noch zusammen mit einer Freundin, mit der ich mich bei der Orientation ganz am Anfang befreundet habe und auch einmal in Neuseeland verabredet hatte, eine Bay of Islands Tour gemacht. Die Bay of Islands sind sozusagen der Nord Zipfel von Neuseeland. Zusam-men mit anderen Austauschschülern sind wir die ganze Spitze abgefahren. In der kurzen Zeit haben wir so viel erlebt. Wir haben die riesen native neuseeländische Bäume gesehen, waren in einer Höhle mit Glühwürmchen, sind Sanddünen mit einem Surfbrett runtergerutscht, sind von einem Wasserfall gesprungen, waren an der nördlichsten Spitze Neuseelands, haben unglaublich viele wunderschöne Strände gesehen - und ich hatte die Möglichkeit meinen Traum von einem Fallschirmsprung zu verwirklichen. Die Tage waren einfach nur der Hammer und ich habe wieder so viele tolle neue Menschen kennengelernt. (Das Bild ganz oben ist von Clara (der Do-it Freundin) und mir bei unserer Tour).

 

Meine Gastfamilie war einfach nur ein Traum und ich hätte mir keine bessere zweite Familie wünschen können!! Für meine Gastfamilie war ich von der ersten Sekunde an ein ganz normales Familienmitglied, dadurch war es total normal, dass ich überall mitgehen durfte. Am Anfang war es zwar ein bisschen ungewohnt mit zwei kleinen Geschwistern (1&4) zu leben, jedoch hab ich die Zwei ganz schnell in mein Herz geschlossen. Ich kann es gar nicht beschreiben wie ich die morgendlichen Umarmungen und die Tanzpartys nach der Schule vermisse. Zusammen mit meiner Gastfamilie war ich bei zahlreichen Filmnächten, bei dem kleinen Strandhaus meiner Gastoma, bei einer Baby Shower Party und bei diversen Schulveranstaltungen meiner Gastschwester. Wir sind oft abends noch eine Runde spazieren gegangen und waren jeden Sonntag in der Kirche, welche viel moder-ner ist als die Kirche hier in Deutschland. Ich war das erste Mal einen Weihnachtsbaum selbst schneiden (und das im Sommer!). Meine Gastfamilie hat einfach perfekt zu mir gepasst und ich bin so dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte bei ihnen zu leben. 

Mit meinen Freunden hatte ich auch sehr viele Möglichkeiten die Zeit zu vertreiben. Da ich in der Nähe von Auckland gelebt habe war das Bus- und Bahnsystem auch sehr gut und ich hatte die Möglichkeit mich selbstständig zu bewegen. Die Bushaltestelle war direkt vor meiner Tür und zum Bahnhof bin ich 20 min gelaufen. Ich war sehr oft mit meinen Freunden im Kino (neuseeländische Kinos sind einfach so toll, jeder hat einen viel größeren Sitz, welchen man per Knopfdruck verstellen kann), bowlen oder ice skaten, einmal sind wir auch zusammen in einen Freizeitpark gegangen. In Auckland City war ich auch relativ oft, die Stadt an sich ist genau wie die ganzen Kiwis, total gechillt, und man kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass da so viele Menschen leben sollen.