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Isabelle in Cork

Sprachferien in Cork

Die Entscheidung, meine Osterferien alleine in Irland zu verbringen, war absolut super. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt, bin selbstständiger geworden und habe noch dazu einen Großteil an Lebenserfahrung mitgenommen. Wenn ich heute meinen Freunden über Irland erzähle, weiss ich oft gar nicht, wo ich überhaupt anfangen soll...

Meine Sprachreise begann in Frankfurt, von wo ich zunächst nach Dublin flog und von dort mit dem Bus nach Cork fuhr. Cork war mein Zuhause für die nächsten 2 Wochen, genauer gesagt eine Gastfamilie im Stadtteil Douglas von Cork. Wer das Leben in Irland hautnah und original miterleben möchte, dem kann ich nur einen Aufenthalt in einer Gastfamilie empfehlen. Denn nur auf diesem Weg konnte ich erfahren, dass irische Menschen Fleisch und Kartoffeln lieben, nein, sie leben dafür, genauso wie für eine Tasse Tee –mit Milch! Das klingt nicht nur seltsam, es schmeckt auch so. Man glaubt hier dass Tee bei allen Problemen hilft, und nach zwei Wochen Irland und 100 Tassen Tee, klingt diese Behauptung gar nicht mehr so abwegig. Iren sind lebensfrohe, optimistische und unkomplizierte Menschen.

Das Lebensgefühl ist ein ganz anderes, als in Deutschland, man arbeitet um zu leben, nicht umgekehrt, und nimmt sich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

In meinen zwei Wochen besuchte ich jeden Tag, ausgenommen an den Wochenenden, ein „English College“ mitten in Cork, um meine Englischkenntnisse zu verbessern, was auch echt gut geklappt hat. Am Ende meines Aufenthalts bekam ich ein Zertifikat. In der Schule habe ich auch nette Leute aus ganz Europa kennengelernt, mit welchen ich mich dann für den Nachmittag und Abend im Pub verabreden konnte. Dabei ist der Pub keineswegs mit einer deutschen Kneipe zu vergleichen! Klar trinken hier die Iren ihr Guiness, doch in den meisten Pubs kann man auch gemütlich und preiswert essen.

Darüber hinaus sind irische Menschen absolut immer im Pub. Auf meine Frage was Iren wohl am Ostersonntag machen würden, antwortete meine Gastmutter: Pub. Pub? Pub! <Pub> wurde somit quasi zum Schlüsselwort meines ganzen Urlaubs.

Cork selbst ist eine vielseitige und bunte Stadt, die eine Menge zu bieten hat. Gelegen im Südwesten des Landes, ist Cork die zweitgrösste Stadt Irlands. In die Einkaufsstrasse, der sogenannten „St.Patricks-Street“ habe ich mich gleich am ersten Tag verliebt. Trotz der relativ hohen Preise kann man hier echt gut shoppen gehen. Der alte English Market inmitten der Stadt hält nicht nur frische Lebensmittel, sondern auch irische Köstlichkeiten bereit. In einem Cafe im ersten Stockwerk kann man sich eine „Hot-Chocolate“ gönnen und das bunte Treiben in der Markthalle beobachten.

Auch Kulturfans kommen in Cork nicht zu kurz: Im Cork City Gaol kann man erfahren, wie es sich in einem Gefängnis des 19. Jahrhunderts lebte oder irische Gemälde in der „Art-Gallery“ bewundern. Auch bei einem Stadtspaziergang kann man jede Menge bunter Häuser und beeindruckender Kirchen, wie z.B. die St. Annes Chruch bestaunen.

Die Ausflüge an den Strand oder zu den nahegelegenen Sehenswürdigkeiten waren mit Sicherheit der Höhepunkt meiner Reise. Ob zu dem Inn Beach oder in die Hafenstädte Dingle und Kinsale, auf meinen Touren erlebte ich Irland, wie man es aus den Bilderbüchern kennt. Einsame Dörfer, weite und immergrüne Wiesen, Felsenküsten, die tobenden Wellen am Meer und nicht zu vergessen mehr Schafe als Einwohner…alles in allem doch sehr beeindruckend.

Leider habe ich das Wetter gnadenlos unterschätzt, was dazu führte, dass mein Regenschirm schon am ersten Tag von einer Windböe erfasst wurde und den Geist aufgab. Die Sonne bekam ich in den zwei Wochen nur selten zu Gesicht, es regnete „all-the-time“ und die 15-Grad Marke konnte ich die meiste Zeit von unten ansehen. Wenn es in Irland dann tatsächlich mal wärmer als 13-14 Grad ist, die Sonne jedoch nicht scheint, könnte man glauben eine Hitzewelle sei ausgebrochen: Es werden T-Shirts und kurze Hosen ausgepackt und man bekommt den ganzen Tag zu hören, wie gut doch das Wetter heute sei, während du dich als Deutscher mit einer langen Hose und Jacke glücklich schätzt.

Irland ist bekannt für seine Märchen und Mythen, die auch teilweise echt verrückt sind. Mein Ausflug in die Stadt Blarney zum Blarney Castle war dahingehend ein Abenteuer. Nach einer alten Tradition küssen hier die Touristen den berüchtigten Blarney-Stone, um ihre Redseligkeit nie zu verlieren oder bewältigen Steintreppen im nahegelegenen „Märchen“-Wald , um Ihre Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen.

Darüber hinaus war meine Ostersonntags-Tour in den nahegelegenen Fota-Nationalpark in Cobh ein tolles Erlebniss. Die Tiere liefen größtenteils frei auf dem Gelände herum, was dazu führte, dass ich ein echtes Lama für ausgestopft hielt! Cobh ist zudem bekannt für zwei Schiffskatastrophen: Zum einen ist es jener Ort, an welchem die Titanic zum letzten Mal anlegte, bevor sie mit dem Eisberg kollidierte; zum anderen sank das Passagierschiff RMS Lusitania, welches von einem deutschen U-Boot im ersten Weltkrieg bombardiert wurde, 40 Kilometer entfernt vor dem Old Head of Kinsale.

Mein Aufenthalt in Irland war der erste – aber bestimmt nicht der letzte.

Für alle jungen Menschen mit Fernweh kann ich eine solche Reise nur empfehlen!

Isabelle J. 17